Logo Deutscher Evangelischer Kirchentag. Berlin/Wittenberg, 24.-28. Mai 2017
Mein Kirchentag
Hinter den Kulissen

Mr. President, auf ein Wort

Barack Obama und Angela Merkel eine Frage stellen. Ein Traum vieler Journalisten. Für vier Jugendliche aus Mannheim und Chicago ist er in Erfüllung gegangen.

von Felix Flaig, Larissa Kirchmair und Theresa Obmascher

Filiz, Imani, Sierra und Benedikt – die vier haben an einem Austauschprojekt zwischen der evangelischen Konkordiengemeinde in Mannheim und der Trinity United Church of Christ in Chicago teilgenommen. In Chicago hat Barack Obama als Sozialarbeiter gearbeitet und auch seiner Frau Michelle das Ja-Wort gegeben. Über diese Verbindung kamen die vier Jugendlichen ins Blickfeld der Obama Foundation, von der sie für eine ganz besondere Aufgabe ausgewählt wurden: Auf der Kirchentags-Bühne vor dem Brandenburger Tor durfte jeder von ihnen eine Frage an die beiden Politiker stellen. Diese Gedanken hatten sie vor dem Auftritt am Donnerstag:

Filiz-Marleen Kuyucu, Sozialarbeiterin

Ich arbeite im Bereich der Flüchtlingshilfe und in diese Richtung wird auch meine Frage gehen. Selbst wenn ich vielleicht keine zufriedenstellende Antwort bekomme, weiß ich doch, dass ich auf der Bühne für ein wichtiges Thema eingetreten bin, das viele Leute bewegt - gerade auch junge Menschen. Wir vier hoffen, mit unseren Fragen Menschen zum Nachdenken zu bringen und den einen oder anderen dazu anzuregen, selbst aktiver zu werden. Was wir uns wirklich wünschen, sind ehrliche Antworten, die nicht nur rein politisch, sondern auch menschlich sind.

Imani Abernathy, Musikerin

Mein Thema ist Kunst und meine Frage wird darauf basieren, was es bedeutet, ein Künstler zu sein. Ich will einfach ein Bewusstsein für die Bedeutung von Kunst schaffen, weil viele Leute vergessen, wie wichtig sie ist. Es macht mich etwas nervös, in der Öffentlichkeit zu sprechen. Deshalb bereite ich mich mental darauf vor. Ich werde mein Gehirn austricksen und so tun, als würde ich singen.

 

Sierra Sims, Lehrerin

Ich hätte nicht in einer Million Jahren gedacht, dass eine Lehrerin wie ich jemals für eine solche Aufgabe nach Deutschland kommen könnte. Klar, man malt sich seine Wunschliste von Orten aus, an die man einmal gerne reisen würde, aber man hat dann doch nicht die Mittel dafür. Jetzt merke ich, dass Dinge passieren, weil sie vorherbestimmt sind - das ist wohl die Verbindung von Glaube und Politik. Ich denke daran, was das für eine großartige Chance ist, was das für ein Mehrwert für meine Schüler sein kann und dass diese Begegnung ein Beispiel dafür ist, was möglich wird, wenn man es sich nur in den Kopf setzt.

Benedikt Wichtlhuber, Student

Irgendwann kam unsere Pfarrerin auf mich zu und hat gemeint, es wird eine Veranstaltung vor dem Brandenburger Tor geben. Dort würden wir jemanden interviewen, aber sie hat noch nicht gesagt wen. Ich hatte eher so mit dem Bürgermeister gerechnet. Irgendwann kam dann heraus: der ehemalige US-Präsident kommt, die Bundeskanzlerin auch und wir dürfen mit ihnen reden. Da habe ich natürlich gesagt: Ja klar, das mache ich! Als meine Familie dann davon erfahren hat, waren sie total überrascht und vollkommen von den Socken.

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