Mehr als nur Elbflorenz: Der Quartierbereich Dresden ist Kirchentagsstadt 2011, doch der Kirchentag findet nicht nur in Dresden statt. Obwohl in der Stadt an der Elbe mehr als eine halbe Millionen Menschen wohnen, ist sie nicht groß genug, um 100 000 Dauerteilnehmende zu beherbergen. Nach alter Kirchentagstradition wird deshalb das Umland in allen vier Himmelsrichtungen für die Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten einbezogen: Willkommen im Quartierbereich. Der Quartierbereich des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages reicht von Riesa bis Bad Schandau, von Freiberg bis Bautzen und von Altenberg bis Königsbrück und erstreckt sich über vier Landkreise. Rund 45 000 Kirchentagsgäste werden hier in Gemeinschaftsquartieren, auf Isomatten und Luftmatratzen in Schulen und Turnhallen übernachten. Die Räumlichkeiten werden von den Schulträgern – Städte, Gemeinden und Landkreise – kostenlos zur Verfügung gestellt. Um die Betreuung kümmert sich ein Team von sogenannten Quartiermeistern und ihren Unterstützern, vor allem aus den Kirchgemeinden vor Ort. Sie halten Nachtwache und machen Frühstück – alles ehrenamtlich. Weitere 10 000 Teilnehmende schlafen in Privatwohnungen, die ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Damit die Teilnehmenden trotz ihrer Unterbringung außerhalb Dresdens den Kirchentag genießen können, ist eine gute Verkehrsanbindung oberstes Gebot bei der Auswahl der Quartierstädte. Keiner soll morgens mehr als eine Stunde nach Dresden fahren müssen. Entsprechend liegen die meisten Orte, die Gäste aufnehmen, entlang der großen Bahnlinien, die die Kirchentagsstadt umgeben. Von Meißen bis Bad Schandau fährt beispielsweise die S-Bahnlinie 1. Sie kommt an Coswig, Radebeul, Pirna und Königsstein vorbei. Große Regionalbahnlinien fahren auch nach Riesa, Großenhain, Königsbrück, Kamenz, Freiberg und Bautzen – mit vielen kleineren Quartierstädten an der Strecke. Orte wie Nossen, Wilsdruff, Dippoldiswalde und Schmiedeberg werden per Bus angebunden. So manche Kirchentagsbesucherin wird somit beim 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag auch das Umland von Dresden kennenlernen. Und das hat schließlich genug zu bieten: Die sächsische Weinstraße etwa, die sich von Pirna im Südosten des Quartierbereichs bis fast nach Nünchritz im Nordwesten zieht, vorbei an Radebeul, Coswig und Weinböhla. Auch an Meißen führt sie vorbei – eine Stadt, die durch ihre Porzellankunst und die weithin sichtbare Albrechtsburg mit Dom weltbekannt ist. Eine ganze Menge weiterer Burgen und Schlösser erwarten die Teilnehmenden im Quartierbereich: Schloss Wackerbarth in Radebeul etwa, Schloss Moritzburg, das Hermsdorfer Schloss in Ottendorf-Okrilla, Schloss Nossen, das Freitaler Schloss Burgk, Burg Dohna und die Festung Königstein. Andere Städte können mit kulinarischen Besonderheiten aufwarten: Kamenzer Würste, Radeberger Bier, Pulsnitzer Pfefferkuchen, Teigwaren aus Riesa und Neukircher Zwieback gehören zum gustatorischen Inventar der Region. Wer Handfesteres mag, ist im Quartierbereich des Kirchentages ebenfalls gut aufgehoben. Die südlich liegenden Orte, Freiberg und Schmiedeberg etwa, gehören zum Erzgebirge, einer frühen Hochburg des Bergbaus in Deutschland. Großröhrsdorf war und ist für seine Bandweberei bekannt, Demitz-Thumitz lebte lange von seiner Granitverarbeitung und Glashütte gilt seit über 150 Jahren als Zentrum deutscher Uhrmacherkunst. Kultur von mehr als regionaler Bedeutung gibt es nicht nur in Bautzen, dem kulturellen und politischen Zentrum der Sorben, sondern auch im Karl-May-Museum in Radebeul und in der ältesten deutschen Volksbibliothek in Großenhain. Erholung vor, während oder nach dem Kirchentag bieten Kurorte wie Bad Schandau im Elbtal oder Altenberg auf dem Kamm des Erzgebirges. Und da gut gelegene Bahnlinien für die Planung eine so große Rolle spielen, passt es gut, dass der Quartierbereich einen besonderen Bonus für Liebhaber von Modelleisenbahnen bietet. Der Bahnhof in Klingenberg-Colmnitz diente schon mehrfach als Vorbild für Modelle in verschiedenen Spurweiten. Nur hier ist er auch in voller Größe zu bewundern.