Losung für den Kirchentag in Dresden „... da wird auch dein Herz sein.“ (Matthäus 6,21) Ein wenig abgewandelt sind in der Kirchentagslosung für Dresden 2011 diese Worte Jesu aus der Bergpredigt, die nach dem Wo für das Herz fragen. Christen wissen es wohl zumeist, dass Jesus gesagt hatte: Wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Angesichts einer großen Volksmenge sagte er es den Jüngern auf dem Berge. Die sollten das Salz der Erde sein. Durch sie soll es allen Menschen gesagt werden, auch dem Bürgermeister, der Krankenschwester, dem Unternehmer oder der allein erziehenden Mutter, die nur „Hartz IV“ empfängt. Darum heißt es so offen: „... da wird auch d e i n Herz sein.“ In den Texten der Eröffnungsgottesdienste und der Abschlussversammlung, der Feierabendmahle und der hunderten von Bibelarbeiten dieser Tage werden die Teilnehmer des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dresden dieses Leitwort bewegen. Sie entfalten die Losung und geben dem Kirchentag sein geistliches Gerüst. Wo schlägt unser Herz? Wo schlägt dein Herz? Auch Nichtchristen werden merken, dass das nicht unbedingt das ist, was gerade „oben auf“ liegt. Auch die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise, die Sorge um die Entwicklungschancen unserer Kinder, die Folgen des Klimawandels oder die Frage, ob ich einmal von meiner Rente werde leben können, haben Hintergründe. Sie sind nahe bei den bleibend brisanten Fragen nach der Gerechtigkeit, dem Frieden und der Bewahrung der Schöpfung. Und sie führen zu der Einsicht, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt. Jesu Wort spricht in unsere Lebenswelt. Es fragt nach gültigen Voraussetzungen des Entscheidens und Handels, nicht nur der Parteien und des Wirtschaftsmanagements, nicht nur nach gerechten sozialen Sicherungssystemen und friedensfähiger Außenpolitik in den Konfliktzonen wie Afghanistan. Es fragt auch nach dem Glauben, dem Entscheiden und Handeln derer, die Jesus in der Bergpredigt ermächtigt, das Salz der Erde und das Licht der Welt zu sein. Sie – wir – suchen in seinen Worten Vergewisserung. Und sie – wir – sollen darüber mit denen, die nach (Aus-)Wegen suchen, ins Gespräch kommen. Angesichts der Ratlosigkeiten, denen wir gegenüber den vielen Problemen in unserer Umgebung und weltweit begegnen, könnte ja sein, dass wir mit Luther sagen: „Ich komme, weiß nit, woher, ich gehe, weiß nit wohin. Mich wundert's, dass ich so fröhlich bin.“ Es entspricht dem Wesen des Kirchentages, dass er bei der Vielstimmigkeit der Antwort Suchenden alle zu einem großen und fröhlichen Fest des Glaubens zusammenführt, dass er eine Zeitansage versucht und zur Sprachfindung unseres Glaubens verhilft. www.kirchentag.de