Dienstag, 22. Mai 2012
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Drei Solaranlagen sollen zum Kirchentag in Dresden ans Netz gehen

Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt: Künftige Energiepolitik ist Schlüsselthema bei der Bewahrung der Schöpfung

Dresden, 19. April 2011 - Auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden wird die Wende in der Energiepolitik nach Fukushima eine hervorgehobene Rolle spielen. Erstmals werden aus Anlass eines Kirchentages Solaranlagen gebaut und gehen zum Start des Kirchentages an Netz. Das gab die Präsidentin des Kirchentages, Katrin Göring-Eckardt, heute in Dresden bekannt.

Als solarer Forschungs- und Industriestandort biete sich Dresden für einen "Kirchentag der Sonne" natürlich besonders an, so Göring-Eckardt. Mit der Planung der Anlage sei lange vor der Katastrophe von Fukushima begonnen worden. Die aktuelle Debatte um die Energiewende habe dem Projekt aber noch einmal zusätzlichen Rückenwind verschafft, so dass man nun wahrscheinlich drei Anlagen ans Netz bringen werde.

Göring-Eckardt: "Die Katastrophe von Fukushima muss der Welt eine Lehre sein. Die künftige Energiepolitik ist bei der Bewahrung der Schöpfung ein Schlüsselthema; eine Umkehr in diesem Politikfeld allein wird aber nicht ausreichen. Die atomare Wirtschaft - von der Urangewinnung bis zur so genannten Endlagerung - ist beispielhaft dafür, dass die Menschheit bedingungslos danach strebt, die Schöpfung zu unterwerfen. Wir haben vergessen, dass wir ein Teil dieser Schöpfung sind. Der Übergang zu einer Wirtschaft der Nachhaltigkeit muss jetzt auf die Tagesordnung."

Die drei Solaranlagen aus Dresdner Produktion werden auf folgenden Dächern gebaut:

- Gerber-Bau der TU Dresden, Größe ca. 45kWp

- Altenheim der Diakonie in Freital, Größe ca. 95 kWp

- Kindergarten der Lukasgemeinde, Größe ca. 12 kWp

Der jährliche Stromertrag wird bei 135 000 kWh liegen. Das deckt in etwa den Bedarf von 40 Haushalten.

Der Kirchentag ist Initiator und Begleiter des Projektes. Göring-Eckardt: "Wir wollen, dass sauberer Strom fließt und Gewinne denen zu gute kommen, die schon heute unter Klimawandel und Umweltzerstörung zu leiden haben."

Der Kirchentag hat mit Partnern vereinbart, dass das Unternehmen Sachsensolar zunächst die Anlagen baut und gemeinsam mit der Sächsischen Aufbau-Bank (SAB) finanziert. Zusammen mit dem Verein Dresden Agenda 21 werden nun Spendengelder bei der Dresdner Bürgerstiftung gesammelt, um die Anlagen zu kaufen. Wenn dann Erlöse fließen, werden diese dem Verein arche noVa zu Gute kommen. Das Dresdner Hilfswerk ist Partner des Bündnisses "Dresden hilft" und engagiert sich seit fast 20 Jahren für Menschen in Afrika, Lateinamerika und Asien.

Die Solaranlagen zum Kirchentag sollen, so Göring-Eckardt, Zeichen setzen, indem sie

1. dauerhaft Energie aus der Sonne gewinnen und CO2 vermeiden helfen,

2. Arbeit und Wertschöpfung in Dresdner Industrie und Handwerk schaffen.

3. die Arbeit des Dresdners Verein arche noVa unterstützen und

4. über die Arbeit der Nothilfeorganisation den Menschen helfen, die unter dem von den Industrieländern verursachten Klimawandel am stärksten leiden.

Unter dem Stichwort "Kirchentag der Sonne" werde man ferner die Kirchentagsbesucher dazu aufrufen, zu einem Öko-Stromanbieter zu wechseln.

"Die Energiewende kann man selbst in die Hand nehmen", erklärte die Kirchentagspräsidentin und wies auch auf den Einfluss der Kirche und ihrer Einrichtungen als Konsumenten hin: "Wenn Gemeinden, Krankenhäuser, Kindergärten und Altenheime in kirchlicher Trägerschaft nach dem Kirchentag nur noch Strom aus Erneuerbaren Energien beziehen, wäre das auch ein Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung."

Dass sich Kirchendächer als Kraftwerke eignen, ist Gegenstand einer Kirchentagsexkursion, die zur Weinbergskirche nach Dresden-Trachenberge führt. In den Gemeinden im Freistaat Sachsen erzeugen derzeit 50 Solaranlagenauf Kirchdächern Strom aus der Sonne, darunter ist auch die Nikolaikirche in Leipzig. Dresdner Solarinitiativen wollen mit der Exkursion zur Nachahmung anregen.

Abschließend bedankte sich die Präsidentin des Kirchentages bei den Unterstützern und Partnern der Projekte:

- Die Firmen Sachsensolar AG und Solarwatt AG, Dresden;

- Diakonisches Werk - Stadtmission Dresden e.V.,

- Staatsminister der Finanzen des Freistaates Sachsen, Sächsische Aufbau-Bank, Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH, Sächsisches Immobilien- und Baumanagement,

- Lokale Agenda 21 für Dresden e.V.,

- Umweltzentrum Dresden e.V. und dem

- Rektor der TU Dresden, Herrn Prof. Dr. Müller-Steinhagen

 

Spenden für die Solaranlagen gehen bitte an die Bürgerstiftung Dresden

Bank: Baden-Württembergische Bank

Konto: 28 76 971

BLZ: 600 501 01

Stichwort: Solaranlagen Kirchentag

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