Die Organisation des Verkehrs zum Kirchentag steht
Dresden neu erleben. Vorfahrt für Öffentlichen Verkehr, Fahrräder und Fußgänger wird die Sicht auf die Stadt verändern.
Dresden, 17. Mai 2011 - Der Kirchentag ist die größte verkehrliche Herausforderung, die in der Stadt und Region Dresden jemals zu bewältigen war. Nicht nur in dieser Einschätzung stimmten Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberelbe, Hans-Jürgen Credé, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe, Artur Stempel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für den Freistaat Sachsen, und der Amtsleiter Verkehr und Tiefbau der Stadt Dresden, Reinhard Koettnitz, überein. Bei der heutigen Pressekonferenz hoben die Vertreter der Öffentlichen Verkehrsträger und der Stadt hervor, dass eine solche Herausforderung nur in guter Kooperation der Beteiligten zu meistern sei. Vierzehn Tage vor Beginn des Kirchentages sei jetzt zu konstatieren: „Die Hausaufgabe war riesengroß, wir haben als Team 18 Monate daran gearbeitet und fühlen uns heute gut gewappnet. Der Kirchentag kann kommen.“
Hartwig Bodmann, Geschäftsführer des Deutschen Evangelischen Kirchentages, koordinierte den Fachausschuss ÖPNV, dem die Unternehmen VVO, DVB, DB Regio, DB Station&Service, Regionalverkehr Dresden, die Städtebahn Sachsen, Veranstaltungsbüro sowie Polizei und die Bundespolizei angehörten. Bodmann lobte die konstruktive Zusammenarbeit und freut sich über klare Konzepte der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde. Den rund 120 000 täglichen Kirchentagsgästen, die Einwohnerzahl einer weiteren Großstadt, wird ausreichend Raum gegeben. Fußgänger, Fahrräder und Autos haben ihre eigenen Routen und behindern sich gegenseitig kaum.
Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberelbe, Burkhard Ehlen, stellte klar, dass der Kirchentag in Sachen Verkehrsaufkommen keine gewöhnliche Großveranstaltung sei. „Eine Großstadt kommt an, zieht in vier Tagen mehrmals zwischen den mehr als 2000 Veranstal-tungen um und reist wieder ab.“
„Der Kirchentag ist ein Ereignis von nationaler Bedeutung – auch für die Deutsche Bahn.“ Artur Stempel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für den Freistaat Sachsen, erläuterte, dass Schienenfahrzeuge aus dem gesamten Bundesgebiet zum Kirchentag herangeführt werden. „Es kommen bis zu 40 zusätzliche Wagen und bis zu 16 zusätzliche Triebwagen zum Einsatz. DB Regio wird über die Zeit des Kirchentages 447 zusätzliche Fahrten anbieten und die täglichen Regelzüge durch zusätzliche Wagen und Triebwagen verstärken.“
Für die An- und Abreise zu den Veranstaltungen wurde ein Verkehrskonzept entwickelt, das weit in die Region recht: Die Unterkünfte liegen vorrangig entlang der Bahnachsen und so sind auch Quartiere in Riesa, Altenberg oder Bad Schandau schnell zu erreichen. Zug- und Busleistungen werden deutlich verstärkt. Alle Nahverkehrszüge werden um einen weiteren Wagen verlängert. Das heißt, dass zum Beispiel die S-Bahn Linie S 1 mit fünf statt lediglich vier Wagen verkehrt und somit 1000 Fahrgäste pro Zug befördern kann. Darüber hinaus bringen Shuttlebusse des RVD ca. 5500 Fahrgäste aus Quartieren, die nicht entlang der Bahnstrecken liegen, direkt zum Zentralen Omnibusbahnhof Kirchentag auf dem Volksfestplatz Pieschener Allee und abends wieder zurück.
Die Einsatzzeiten der Züge werden deutlich erweitert. So fahren zum Abend der Begegnung am 31. Mai die letzten Züge deutlich später als gewöhnlich. Meißen ist zum Beispiel im 30-Minuten-Takt bis 01.40 Uhr zu erreichen. Die letzten Züge Richtung Kamenz verkehren um 00.02 Uhr und 00.59 Uhr. Darüber hinaus wird im Stadtgebiet Dresden der 10-Minuten-Takt bei Straßenbahn und Bus bis 00.30 Uhr ausgeweitet. Insgesamt werden in der Zeit des Kirchentages neben den ca. 500 zusätzlichen Zügen der DB Regio und der Städtebahn Sachsen über 700 zusätzliche Busabfahrten des Regionalverkehrs Dresden (RVD) angeboten.
Um das Benutzen von Bus und Bahn so einfach wie möglich zu gestalten, gelten die Dauer-, Tages- und Abendkarte als Fahrausweis in allen Nahverkehrsmitteln (außer Sonderver-kehrsmittel) im Verbundraum Oberelbe sowie in den Nahverkehrszügen nach Freiberg und Bautzen. Für Besucher ohne KombiTicket sind die Tageskarten des VVO eine preisgünstige Alternative. Sie sind an den Automaten oder in den Servicestellen der Verkehrsunternehmen erhältlich.
Der VVO hat ein Fahrplanbuch erstellt, in dem alle Zusatzleistungen der DVB AG, der DB Regio und der Städtebahn Sachsen zusammengefasst sind. Es besteht aus zwei Teilen, die den städtischen und regionalen Verkehr zusammenfassen. Der Teil der DVB AG umfasst die Fahrpläne aller 13 Straßenbahnlinien sowie der wichtigsten acht Buslinien, welche direkt zum Veranstaltungsgebiet fahren bzw. eine Zubringerfunktion zum Zentrum haben, sowie den Liniennetzplan der Stadt. Im Regionalteil werden ausgewählte Zugverbindungen und die sieben wichtigsten Regionalbuslinien dargestellt. Dabei werden nur die Abfahrtszeiten abends in die Quartiere und morgens zu den Veranstaltungsorten abgebildet. Außerhalb der dargestellten Zeiten gilt der reguläre Fahrplan. Das Buch wird in einer Auflage von 49 500 Exemplaren erscheinen und ist über die Servicepunkte der Partner, die Infopunkte des Kirchentages, in den Zügen und direkt beim VVO erhältlich.
„Auch wir werden alle Reserven zum Kirchentag mobilisieren“, meinte Hans-Jürgen Credé, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe. „Die DVB fährt trotz Feiertag und Wochenende durchweg nach einem verstärkten Fahrplan – beim Kirchentag ist Hochbetrieb für Busse und Bahnen in Dresden angesagt.“
Die DVB richtet zum Kirchentag einen Sonderfahrplan ein. Neben der Line 10 wird zusätzlich eine Sonderstraßenbahnlinie 20 zur Messe eingerichtet. Zwischen Pieschen und dem Ostragehege holt eine Fähre über.
Von Mittwoch bis Sonntag ändern sich auch die meisten Abfahrtszeiten. Zu Spitzenzeiten zwischen 7.00 bis 10.00 Uhr und zwischen 22.00 bis 1.00 Uhr fahren die Straßenbahn- und viele Buslinien noch häufiger als sonst. In den Zwischenzeiten kommen tagsüber die Sonderlinien E3/E9 zwischen Plauen und Kaditz über Hauptbahnhof, Pirnaischen Platz, Carolaplatz, Neustädter Markt und Mickten sowie 20 zwischen Fetscherplatz und Messe Dresden über Pirnaischen Platz und Postplatz dazu. Weitere Fahrzeuge stehen auf Abruf durch die DVB-Leitstelle bereit.
Die Dresdner Verkehrsbetriebe richten ab 1. Juni, 10.00 Uhr eine vorübergehende Fährverbindung auf der Elbe zwischen Pieschen-Süd (Eisenberger Straße) und dem Ostragehege (in Höhe ehemalige „Onkel Toms Hütte“) ein. Vom 2. bis 4. Juni, also während der Kirchentagsveranstaltungen in der Messe, ist die Fähre von 8 bis 22 Uhr im Einsatz und legt zusätzlich jeweils einmal pro Stunde im Neustädter Hafen an. An den anderen Tagen verkehrt sie von 10 bis 19 Uhr. Damit sich der Aufwand lohnt, soll sie bis einschließlich Pfingstmontag überholen. Wegen des günstigeren Tiefgangs und der größeren Kapazität verlegt die „Johanna“ dafür ihren Standort elbabwärts. In Johannstadt kommt derweil ein anderes Fährboot zum Einsatz. Auf der Pieschener Fähre gilt der normale Tarif, Fahrräder werden mitgenommen.
Alle Fahrpläne, Übersichtskarten und Informationen rund um den Kirchentag sind im Internet unter www.vvo-online.de, www.bahn.de, www.dvb.de, www.twitter.com/dvbag abrufbar.


