Dienstag, 22. Mai 2012
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Bettensuche des Kirchentages zeigt: Sachsen sind weltoffene Gastgeber

Dresden, 17. Februar 2011. Der Kirchentag ist ein internationales Ereignis. Von den 100 000 Teilnehmenden, die vom 1. bis 5. Juni 2011 in Dresden zusammen kommen, werden mehrere tausend Gäste aus aller Welt anreisen. Da die Christlichen Begegnungstage erstmals als "Begegnungszentrum Mittel- und Osteuropa" in den Kirchentag integriert sind, dürfte die Zahl ausländischer Gäste in Dresden sogar besonders hoch sein.

Aufgrund der weiteren Anreise benötigen internationale Gäste zwei Tage länger ein Quartier. Sie reisen bereits am 31. Mai an und bleiben bis zum 6. Juni 2011. Gastgebende vermerken auf der Anmeldung gesondert, ob sie ausländische Gäste aufnehmen wollen. Ferner haben sie die Möglichkeit, ihre Fremdsprachenkenntnisse anzugeben.

Das momentane Ergebnis hat die Mitarbeitenden des Kirchentages überrascht: Bei den bisherigen Anmeldungen wünschen sich mehr als die Hälfte der Gastgebenden, einen oder mehrere Gäste aus dem Ausland zu beherbergen! Bei vergangenen Kirchentagen lag die vergleichbare Quote um 25 Prozent.

Generalsekretärin Dr. Ellen Ueberschär freut sich über die Gastfreundschaft und die weltoffenen Menschen der Region: "Sächsische Gastgeber sind besonders weltoffen. Das ist in dieser Zeit ein tolles Signal, das von der Kirchentagsregion ausgeht." Ueberschär wies auf die Märsche der Neonazis am 13. und 19. Februar hin und betonte: "Ausländerfeindlichkeit hat in dieser Stadt keinen Platz. Die Sachsen reisen nicht nur gern in die Welt, sie haben die Welt auch gern bei sich zu Gast - die Statistik des Kirchentages beweist es."

Oberkirchenrat Friedemann Oehme ist in der Evangelisch Lutherischen Landeskirche Sachsen für die internationale Ökumene zuständig. Traditionell treffen sich die Christen Mittel- und Osteuropas bei den Christlichen Begegnungstagen. Anlässlich des Kirchentages in Dresden werden die Begegnungstage in den Kirchentag integriert und bekommen mit dem Begegnungszentrum Mittel- und Osteuropa einen eigenen von der Landeskirche gesetzten Akzent. Möglich wird das Begegnungszentrum

Mittel- und Osteuropa u.a. durch die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", die sich für die Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Einsatz für die Menschenrechte engagiert.

Das Programm des Zentrums umfasst Bibelarbeiten, Gespräche, Ausstellungen, Vorträge, Diskusionen und zahlreiche kulturelle Beiträge. Oehme verwies auf den Titel einer Veranstaltung, die "Nachbarn, Freunde, Schwestern und Brüder" heißt. "Wir wollen den vielfältigen Partnerschaften auf kirchlicher Ebene neue Impulse geben, werden die Vergangenheit kritisch reflektieren und gemeinsam nach vorn denken."

Noch hat der Kirchentag sein Ziel, 10 000 kostenlose Privatquartiere in der Region zu erhalten, nicht erreicht. Aktuell stellen die Gastgeber 2875 Betten zur Verfügung, der Kirchentag bittet weiter um die Aufnahme von Gästen.

Wer einen Kirchentagsgast aufnehmen möchte, braucht kein Gästezimmer. Ein Schlafsofa oder eine Liege im Wohnzimmer reichen völlig aus. Die Besucherinnen und Besucher des Kirchentages verlassen früh das Haus. Jeder Gast freut sich jedoch über ein einfaches Frühstück.

Wer Platz für Gäste hat, kann sich über ein Onlineformular unter kirchentag.de oder telefonisch über die "Schlummernummer" 0351 79585-200 anmelden. Desweiteren können sich die Gastgebenden bei ihrer Kirchgemeinde vor Ort melden.