Freiheit, Glauben und eine andere Art von Wachstum
Themenschwerpunkte für den Kirchentag 2011 in Dresden vorgestellt
Dresden, 14. Januar 2011 - Einen „großen und großartigen Kirchentag“ mit mehr als 100.000 Dauerteilnehmenden erwartet die Präsidentin des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages, Katrin Göring-Eckardt, vom 1. bis 5. Juni 2011 in Dresden.
Als Themenschwerpunkte im Programm nannten Göring-Eckardt und die Generalsekretärin des Kirchentages, Ellen Ueberschär, Fragen nach Freiheit, Glauben und einem Wirtschaften, das auf einem veränderten Verständnis von Wachstum basiert. Unter der Losung „… da wird auch dein Herz sein“ gehe es beim Kirchentag in Dresden vor allem darum, was wirklich wichtig im Leben ist. Im Abschnitt der Bergpredigt Jesu, dem das Leitwort entnommen ist, wird unterschieden zwischen trügerischen Schätzen auf Erden und wahren Schätzen im Himmel.
So fragten sich etwa Deutschlands Nachbarn in Mittel- und Osteuropa, was aus den 1989 errungenen „Schätzen der Freiheit“ in ihren Ländern geworden ist, während hierzulande Massenproteste als Instrument der Bürgerbeteiligung wieder entdeckt würden und neu über Demokratie debattiert werde, erklärte Ellen Ueberschär. In den Diskussionen darüber wolle der Kirchentag „sprach-fähige, mutige Christen und Christinnen in einer glaubwürdigen Kirche öffentlich präsentieren“, sagte die Generalsekretärin. Der Kirchentag, „selbst ein Symbol engagierter Beteiligung an akuter Gesellschaftspolitik“, so Ueberschär, erweise sich dabei immer wieder als ein „Vitaminbonbon, das die Lebenskräfte des Glaubens weckt“.
Kirchentagspräsidentin Göring-Eckardt erhofft sich, dass der Kirchentag in Dresden „Schätze des Glaubens“ hebt, indem er Christinnen und Christen einerseits Gelegenheiten zur Selbstvergewisserung bietet und diese andererseits „mit ihrem Glauben nicht bei sich bleiben, sondern hineingehen in die Welt und davon erzählen“.
Als dritten Hauptakzent des bevorstehenden Kirchentags hob Katrin Göring-Eckardt Themen von Wirtschaft, Wachstum und Glück hervor. In etlichen Veranstaltungen solle in Dresden untersucht werden, wie ein „neues Verständnis von Wachstum“ zu entwickeln ist, „das sich an anderen Maßstäben orientiert als dem stetigen Anstieg des Bruttosozialprodukts“. Dies sei nicht nur erforderlich, um die gegenwärtigen Finanzkrisen zu bewältigen und das Verhältnis zwischen Geld und Glück neu zu bestimmen. Den „Schatz der Schöpfung“ zu bewahren, verlange umfassende Debatten, „wie wir künftigen Generationen ein lebenswertes Dasein auf dieser Erde ermöglichen und die natürlichen Ressourcen schonen“ können, meinte die Politikerin und Bundestagsvizepräsidentin.
Eine „große Chance, dass Menschen ihr Bild von Kirche verändern werden“ sieht Landesbischof Jochen Bohl für die Evangelische-Lutherische Kirche Sachsens im Dresdner Kirchentag. Die Tage im Juni böten „eine wunderbare Möglichkeit zu zeigen, wie Kirche wirklich ist: wie jung und neuen Ufern zustrebend, wie modern in den Ausdrucksformen des Glaubens, wie lebendig und fröhlich“. Auch Menschen, die sonst keinen Bezug zur Kirche haben, könnten beim Kirchentag den christlichen Glauben als „Angebot zu einem Leben in Freiheit“ erfahren, hob der Landesbischof hervor. Bohl unterstrich den „großen Willen unserer Kirchgemeinden wie der ganzen Landeskirche, im Juni gute Gastgeber zu sein“. Zugleich zeigte er sich erfreut über „die Unterstützung, die uns durch den Freistaat Sachsen und die Stadt Dresden, aber auch durch Institutionen und Vereine und viele einzelne Menschen gewährt und zugesagt worden ist“.
Zum Kirchentag anmelden können Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich im Internet oder über das Servicetelefon 0351 79585-100. Bei Anmeldung bis zum 20. März 2011 garantiert der Kirchentag Teilnehmenden, die dies wünschen, die Unterbringung in einem Gemeinschaftsquartier oder bei privaten Gastgeberinnen und Gastgebern.


