Aussagen zum Thementableau

Katrin Göring-Eckardt, Präsidentin des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages
Die Ökumene geht weiter und setzt neue Zeichen. Der Evangelische Kirchentag wird den Ball aus München aufnehmen und das Begonnene fortführen. Gespräche zwischen der Leitung des Kirchentages und dem Bischof von Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, fanden in herzlicher Atmosphäre statt und führten zu konkreten Ergebnissen. Bischof Reinelt nahm die Einladung zum Kirchentag nicht nur gerne an, sondern wird die Einladung auch an die Gläubigen seiner Diözese weiter reichen. Erstmals wird es auf einem Evangelischen Kirchentag einen „Konfirmlingstag“ geben – einen gemeinsamen Besuch von Konfirmanden und Firmlingen. Diese Form der Ökumene feierte in München Premiere. Fest verabredet ist ein gemeinsamer Himmelfahrtsgottesdienst, der voraussichtlich im neuen Dresdner Stadion stattfinden wird. Die Ökumene werde aber auch in Dresden über die Gemeinschaft von katholischen und protestantischen Christen hinaus gehen. Dieser Kirchentag wird der ökumenischte von allen evangelischen sein.
Die Frage der Gerechtigkeit war immer ein Leitmotiv von Kirchentagen. Die Zahl der Millionäre nimmt nach der Finanzkrise wieder zu. Wegen der Finanzkrise ist das Milleniumsziel, die Zahl der hungernden Menschen zu reduzieren, kaum mehr erreichbar. 1,2 Milliarden Menschen leiden aktuell an Hunger und Unterernährung. Und Armut beginnt nicht erst in Afrika: Fast 10.000 Menschen in Dresden werden täglich von der Dresdner Tafel mit Lebensmitteln versorgt. Die Welt sollte nicht so bleiben, wie sie ist. Unsere Botschaft ist: Christinnen und Christen übernehmen Verantwortung, sie treibt der Traum von einer anderen Welt, sie wollen verändern, die Welt gerechter gestalten und sie stehen an der Seite der Schwächsten. Gerechtigkeit ist ein Thema, das uns über den ganzen Globus hinweg beschäftigt und so wollen wir es auch diskutieren, mit sächsischen, thüringischen und Hamburger Gästen, mit den Freundinnen und Freunden aus Europa, besonders aus Osteuropa und nicht zuletzt mit den Gästen aus Afrika. Dresden wird der Ort sein, wo nicht nur die vielen Facetten der Gerechtigkeit, sondern auch Wege der Veränderung diskutiert werden.
Wer Orientierung sucht, wird auf dem Kirchentag fündig. Währungs-, Finanz-, Sozial- oder Umweltkrise: In einer Welt voller Krisen ist es wichtiger denn je, Leitplanken zu haben, die den Weg markieren, die die schlimmsten Abstürze verhindern und von denen man auch mal zurückprallen kann. Auf dem Dresdner Kirchentag werden ganz unterschiedliche kirchliche Milieus zusammentreffen, aus Ost und West, aus städtischen und ländlichen Regionen, manche mit eher konservativen, andere mit eher liberalen Sichten auf die Welt: Sie alle eint ihr gemeinsamer Glaube, ihre Bereitschaft ernsthaft zu diskutieren und Verantwortung zu übernehmen.


