Gedenkgottesdienst für
getötete deutsche Soldaten

Besucher des Evangelischen Kirchentages in Dresden haben der vier in den letzten Tagen in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten gedacht. Bei einem Friedensgottesdienst mit Soldaten in der Dresdner Offizierschule des Heeres entzündete Militärpfarrer Andreas Kölling vier Kerzen für die Getöteten. Sie könnten angesichts der Ereignisse nicht so fröhlich sein wie die anderen Kirchentagsteilnehmer, sagte Helmut Jakobus, Militärpfarrer aus Erfurt.
Militärbischof Martin Dutzmann sprach in seiner Predigt von den Ängsten der Soldaten vor einem Auslandseinsatz. „Wie weit trägt das Pflichtbewusstsein, wenn aus dem Stabilisierungseinsatz ein Krieg geworden ist?“ In Anspielung auf das Kirchentagsmotto fragte er, „woran kann sich das unruhige Herz eines Soldaten hängen?“ Besonders in einem fremden Land müssten die Soldaten wissen, dass sie nicht allein seien, betonte Dutzmann. „Keiner soll sich hilflos den Gefahren dieses Berufes ausgesetzt sehen.“ Kameradschaft gelte deshalb in der Bundeswehr als hoher Wert, aber auch sie sei zerbrechlich.
Dutzmann verwies darauf, dass unruhige Herzen beim lebendigen Gott gut aufgehoben seien. Dies wolle die Militärseelsorge in der Bundeswehr vermitteln. „Es geht nicht um Stärkung der Kampfmoral“, sagte er. „Wo gekämpft und getötet wird, werden die Soldaten daran erinnert, dass auch der Gefechtsgegner ein Gottesgeschöpf ist.“
Zum Fürbittengebet lasen die Geistlichen auch Anliegen, die Kirchentagsbesucher noch vor den Anschlägen aufgeschrieben hatten. „Kommt bald zurück, und gesund, Jungs und Mädels“ hieß es dort unter anderem. Die Kollekte des Gottesdienstes geht an die Arbeit der Christusträger Bruderschaft in Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan. In einem Land, „in dem es auch Sachen gibt, die gut sind“, wie Kölling sagte.


