Kirchentag setzt wieder auf mehr Bürgerbeteiligung

- Präsidentin des Kirchentags Katrin Göring-Eckardt bei der Pressekonferenz zur Eröffnung
Der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag will wieder auf mehr Bürgerbeteiligung und demokratische Mitsprache setzen. In Dresden werde sich der Kirchentag „von alten Formaten verabschieden, wird stärker die Stadträume füllen, wird neue Formate an neuen Orten erproben, die das Mitdenken und Mitreden provozieren und inszenieren“, erklärte Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär bei der Eröffnungspressekonferenz.
Zudem habe der Kirchentag erstmals die Möglichkeit geboten, Resolutionen schon vor dem Ereignis über das Internet einzubringen, fügte Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt hinzu. Diese Form der Willensartikulation scheine eine Wiederbelebung zu erfahren. Habe es in der Vergangenheit auf den Kirchentagen in der Regel zwei bis fünf Resolutionen gegeben, seien in diesem Jahr bereits 15 Entwürfe eingegangen, ergänzte Kirchentagspressesprecher Rüdiger Runge. Die Bandbreite reiche von der Forderung nach einer Hexen-Rehabilitierung über Fragen von Frieden und Energiepolitik bis zum Bleiberecht für Sinti und Roma.
Plattform einer freien Bewegung
Es gebe hierzulande keinen besseren Ort als die Kirchentage, um Lösungen, Alternativen offen zu diskutieren und Streit über die Grenzen unterschiedlicher Positionen hinweg auszutragen, betonte Göring-Eckardt. Sie seien die Plattform zu einer freien Bewegung, die jeder und jedem die Gelegenheit bietet, die eigene Meinung zu bekunden. So könne der Kirchentag in Dresden ein „kräftiges Zeichen für eine neue, andere Energiezukunft setzen“.

- Der sächsische Landesbischof Jochen Bohl freut sich auf die Kirchentagsgäste
Landesbischof Bohl: Erster gesamtdeutscher Kirchentag
Der Evangelische Kirchentag gehöre nach Sachsen, da hier das ihn tragende Laienprinzip erfunden worden sei, hob der sächsische evangelische Landesbischof Jochen Bohl hervor. Der Gedanke, dass sich die Kirche von den Gläubigen her aufbaut, sei durch Martin Luther auf sächsischem Boden entstanden. Wie Bohl hinzufügte, sei der 33. Evangelische Kirchentag „ein Projekt der ganzen Stadt und Region“ geworden. Unzählige Nichtchristen hätten sich ansprechen lassen und Quartiere zur Verfügung gestellt. Der Kirchentag habe in Dresden, wo nur ein Viertel der Bevölkerung einer Kirche angehört, ein Zuhause gefunden. „Es ist der erste wahrhaft gesamtdeutsche Kirchentag“, betonte der Landesbischof.


