Sonntag, 20. Mai 2012
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Gelebte Demokratie und neue Mitmachkultur prägten Kirchentag

Als hochpolitisch und zugleich sehr spirituell haben die Veranstalter den 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden bezeichnet. Das Christentreffen sei von gelebter Demokratie und einer neuen Mitmachkultur geprägt gewesen, erklärte Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt am Samstag vor Journalisten in der sächsischen Landeshauptstadt. Christlich verankerte „Mutbürgerinnen und Mutbürger“ hätten in den zurückliegenden drei Tagen ihren Willen zur Mitgestaltung von Politik und Gesellschaft zum Ausdruck gebracht. Die Menschen „drängen auf eine Demokratie mit mehr und echter Beteiligung“, denn die bisherige Politik unterfordere sie, betonte Göring-Eckardt.

Mit fast 120.000 Dauerteilnehmern sei der Dresdner Kirchentag ein „unvergleichlicher Umschlagplatz für neue Ideen, geistliche Angebote und Handlungsalternativen“ gewesen, hob die Kirchentagspräsidentin hervor. „Es war ein Kirchentag offener, nachdenklicher Debatten und klarer Stellungnahmen“ zur Energiewende, zur Friedensethik und anderen aktuellen Fragen. Zugleich habe es beim Kirchentag viele „dichte spirituelle Momente“ gegeben, fügte sie hinzu. Mit hoher Aufmerksamkeit seien die Kirchentagsteilnehmer den zahlreichen Bibelarbeiten gefolgt. Zugleich sei es in Dresden gelungen, „Zaungäste“ und „Skeptiker“ zum mitfeiern einzuladen. Der Kirchentag habe die Stadt verwandelt und viele begeistert. Er habe gezeigt, dass die Kirchentagsbewegung „lebendig wie nie“ sei.   

Der Kirchentag sei eine Mischung aus Leichtigkeit und fröhlicher Suche nach tiefgründigen Antworten gewesen, bilanzierte der Bischof der gastgebenden sächsischen Landeskirche, Jochen Bohl. Er habe die Christenmenschen und Gemeinden gestärkt und anderen eine Ahnung davon gegeben, was ein Leben mit Gott sei. Die Stadt Dresden habe in diesen Tagen einen „veränderten und sehr besonderen Herzschlag“ gehabt, hob Bohl hervor. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten Kirche auf eine völlig andere Weise erlebt, als sie für möglich gehalten hätten.

Nach den Worten von Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär hat das zu Ende gehende Protestantentreffen geographische Brücken zwischen den post-kommunistischen Gesellschaften in Mittelosteuropa und den nach Freiheit und Demokratie strebenden Ländern in Nordafrika und der arabischen Welt geschlagen. Vertreter der jungen mittelosteuropäischen Demokratien hätten ihre Erfahrungen weitergeben können.