Das Ereignis in der Gesellschaft
Christinnen und Christen mischen sich in die Gesellschaft ein, dafür steht der Kirchentag. Er gibt nicht vor, was richtig oder falsch ist, sondern lädt ein zum offenen, auch streitbaren Dialog – über Grenzen und Gegensätze hinweg. So wurde der Kirchentag zu einem Forum der Freimütigkeit, wie es in der deutschen Gesellschaft kein zweites gibt.
Kirchentage bieten engagierten Gruppen und Initiativen ein Podium, um ihre Anliegen und Projekte darzustellen. Indem soziale und politische, ökologische und theologische Debatten unter dem Maßstab evangelischer Verantwortung geführt werden, entsteht eine protestantische Zeitansage - ob vor 1989 im Ost-West-Konflikt, während der Debatten um die Nato-Nachrüstung in den 1980er-Jahren oder gegenwärtig zu Weltwirtschaft und sozialer Gerechtigkeit.
Damit ist der Kirchentag ein Element der Zivilgesellschaft in Deutschland, keinesfalls nur für Christen. Dafür stehen auch viele Persönlichkeiten, die dem Kirchentag ein Gesicht gegeben haben. In der Vergangenheit waren das zum Beispiel Richard von Weizsäcker, Erhard Eppler, Ernst Benda, Helmut Simon oder Dorothee Sölle und Jörg Zink.





