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"Soviel du brauchst" (2. Mose 16,18)

Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag vom 1. bis 5. Mai 2013 in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat am Wochenende das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen. Ein Spruchband mit dem Wort aus dem 2. Buch Mose, Kapitel 16, Vers 18, haben am Dienstag Kirchentagspräsident Prof. Dr. Gerhard Robbers und die Generalsekretärin des Kirchentages, Dr. Ellen Ueberschär, zusammen mit Bischöfin Kirsten Fehrs am Turm der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis enthüllt

Das biblische Motto wird die Programmvorbereitungen für den vierten Deutschen Evangelischen Kirchentag in der Hansestadt nach 1953, 1981 und 1995 leiten. Zu ihm werden im nächsten Jahr an der Elbe mehr als 100.000 Menschen erwartet. Als „Zuspruch“ und „Aufmunterung“ sowie zugleich als „Aufforderung“, sich „den Herausforderungen der Zeit“ zu stellen, kennzeichnete Präsident Gerhard Robbers das Leitwort vor Journalisten. Themen, denen der Kirchentag sich unter dieser Losung und besonders in Hamburg zuwenden müsse, sind nach Ansicht des Trierer Verfassungsrechtlers das bürgerschaftliche Engagement für Schwächere und die Frage nach dem richtigen, verantwortungsvollen Wirtschaften. Dazu gehöre das Gespräch mit der Wirtschaft in der Hamburger Tradition des „ehrbaren Kaufmanns“ ebenso wie der Austausch mit den Gewerkschaften. Ferner, so Robbers, verweise die Losung auf das Thema der Integration von Menschen aus anderen Kulturen und Regionen der Welt sowie auf den Dialog mit anderen Religionen und Konfessionen. „Das gilt auch ökumenisch. Hamburg soll ein besonders ökumenischer Kirchentag werden“, fügte der Kirchentagspräsident hinzu. „Biblische Positionsbestimmung und Routenplanung in einem“ biete die gewählte Kirchentagslosung, erläuterte Generalsekretärin Ellen Ueberschär. Das zugrunde liegende Bibelwort findet sich in der alttestamentarischen Geschichte des Wunders, dass dem hungernden Volk Israel auf seinem Zug durch die Wüste Manna vom Himmel fällt. Am Ende haben jede und jeder so viel, wie er oder sie braucht. „Das ist das göttliche Prinzip vom täglichen Brot“, sagte die Theologin, die das Zentrale Büro des Kirchentages in Fulda leitet. Die wegweisende „Routenplanung“ liegt für Ueberschär in der doppelten Aussage: "Gott sorgt für dich, es ist so viel da, wie du brauchst“ – aber auch: „Gebrauche nur so viel, wie da ist!"

Diesen Gedanken schließt sich auch Kirsten Fehrs, die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der gastgebenden Landeskirche, an: „ Es geht um das richtige Maß. Die Israeliten sollen sich nehmen, so viel sie brauchen. Doch – es geht ihnen wie den meisten – das, was der Mensch wirklich braucht, weiß er gar nicht so genau. Geschweige denn, was der oder die Andere wirklich braucht. Und so nehmen die einen viel, die anderen wenig. Folge: Das, was zu viel ist, verdirbt. Den Charakter übrigens auch. Quintessenz: Das, was du wirklich brauchst, gibt Gott überreichlich und täglich neu“.

Zusammen mit der Losung hat das Präsidium zum Kirchentag 2013 biblische Texte für Gottesdienste und Bibelarbeiten festgelegt und Bedingungen zur Mitwirkung am Programm verabschiedet. Eingeladen zur aktiven Mitgestaltung des Kirchentages wird Ende März mit einem Prospekt sowie mit Informationen und Bewerbungsmöglichkeiten im Internet.